Uran

Uran (chemisches Symbol U) ist ein natürliches und weltweit vorkommendes, schwach radioaktives Schwermetall aus der Gruppe der Actinoide und gehört zu den natürlichen Bestandteilen des Meerwassers.

Uran in der ICP gefunden, bin ich in Gefahr? NEIN

In den Ozeanen auf der Erde liegt die Urankonzentration bemerkenswert stabil bei etwa 3,3 µg/l – ein Wert, der seit Jahrmillionen durch das Gleichgewicht aus Gesteinsverwitterung, Flusswassereintrag und langsamer Sedimentation konstant gehalten wird. Uran gelangt dabei in oxidierter Form (U⁶⁺) als stabiler, anionischer Uranyl-Tricarbonatokomplex (UO₂(CO₃)₃⁴⁻) in Lösung. Diese enge Bindung an das Carbonatsystem des Meerwassers macht Uran im marinen Milieu chemisch gesehen sehr stabil, gleichzeitig aber in dieser Form deutlich weniger bioverfügbar und erheblich weniger toxisch als in Süßwasser.

Selbst in unserem Trinkwasser ist Uran auf natürliche Weise enthalten und die deutsche Trinkwasserverordnung sieht einen vergleichsweisen hohen Grenzwert von 10 µg/l vor, da es regional betrachtet erhebliche Unterschiede in der Zusammensetzung des gewonnen Trinkwassers geben kann.

Die Radioaktivität von Uran beruht hauptsächlich auf Alpha-Strahlung, die die menschliche Haut nicht durchdringen kann. Kritischer ist wie bei allen Schwermetallen die Anreicherung in Organen (Schwermetallvergiftung) nach Aufnahme in den Körper. Das hochradioaktive Isotop U-235 hat einen Anteil von nur 0,7 % an der gesamten Urankonzentration und ist in seiner Wirkung aufgrund des geringen Anteils im Vergleich zum schwach radioaktivem U-238 mit 99,3 % vernachlässigbar.

Zu hoher Wert:

Teilwasserwechsel, Überprüfung der Osmoseanlage (Membrantausch bei Bedarf), Adsorber erneuern (Powerphos und Phos 0,04).

Zu geringer Wert:

Keine separate Dosierung vorgesehen. Sehr geringe Werte unter ca. 0,5 µg/l sind selten und deuten auf besonders reines Kunstmeerwasser hin; sie erfordern keine Maßnahmen.

Sorte Natürliches Schwermetall
Nutzen keiner, natürlicher Meerwasserbestandteil
Richtwert bis 5 µg/l
Skill Level Gelb, Beobachtung empfohlen
Quelle Meersalz, Lebendgestein, Phosphatgestein, Osmosewasser, Zement, Kunstharz
Verfügbar Keine Dosierung vorgesehen
Wichtigkeit 1–6 2
Detektionsqualität Hoch, nur mit MS-Upgrade
Biologische Bedeutung von Uran

Eine bekannte biologische Funktion für Korallen, Fische oder andere Riffbewohner ist für Uran nicht nachgewiesen – es handelt sich um ein natürliches Begleit-Spurenelement des Meerwassers ohne essentielle Rolle in physiologischen Prozessen. Hohe Konzentrationen können zu einer Schwermetallvergiftung führen.

Wie wird Uran in Meerwasser analysiert?

Uran kann mittels ICP-OES nicht bestimmt werden und ist daher exklusiv in einem MS-Upgrade enthalten. Das MS-Upgrade kann auf alle Meerwasser ICP-Analysen von Fauna Marin angewandt werden (außer Free ICP) und ist im Laborportal nach anmelden einer Wasserprobe erhältlich.

Da Uran ein natürlicher Bestandteil aller Meerwässer ist, kann der Messwert selbst in einem künstlichen im Aquarium praktisch nicht null betragen und ist kein Grund zur Sorge.

Woher kommt Uran?

Jedes qualitativ hochwertige Meersalz enthält Uran als Begleitsalz der eingesetzten Rohstoffe. Gleiches gilt für lebende Steine, Korallenskelette, Kalksteingestein und andere Mineralquellen im Aquarium. Im Gegensatz zu vielen anderen Spurenelementen wird Uran durch biologische Prozesse im Aquarium kaum verbraucht oder eingebaut, weshalb sich der Wert über längere Zeiträume verhältnismäßig stabil hält und auch durch Fütterung kaum beeinflusst wird. Ein Messwert nahe der Nachweisgrenze ist ein Hinweis auf sehr reines Meersalz.

Erhöhte Werte, Maßnahmen und Folgen

Erhöhte Uranwerte über den natürlichen Bereich von bis zu 5 µg/l hinaus können verschiedene Ursachen haben, die schwer zu identifizieren sind. Bekannte Hauptquellen sind:

  • Phosphatgestein (Calciumphosphat-Basis) enthält von Natur aus erhöhte Urankonzentrationen und gilt als häufigste Eintragsquellen in aquaristische Systeme. Dies ist oftmals als Phosphatrohstoff in minderwertigen Meersalzen enthalten.
  • Phosphatadsorber auf Eisenhydroxid-Basis binden zunächst sicher Uran und andere Schwermetalle, bei Erschöpfung der Adsorberleistung werden diese aber auch schnell und meist sprunghaft wieder freisetzt.
  • Gleiches gilt für eine defekte oder erschöpfte Membran in einer Umkehrosmoseanalge.
  • Minderwertige Kalkgesteinsdekoration sowie Zement zum Riffaufbau und Kunstharzklebstoffe können auch Uran in relevanten Konzentrationen eintragen.

Messwerte bis ca. 5 µg/l entsprechen natürlichen Schwankungen und sind unbedenklich. Ab ca. 10 µg/l sollte die Ursache gesucht werden; Werte über 20 µg/l sind zu reduzieren, da Uran in höheren Konzentrationen die Nierenfunktion bei Fischen schädigen und Korallen in ihrer Physiologie beeinträchtigen kann. Die im Meerwasser durch Carbonat stark verminderte Toxizität erklärt, warum natürliche Riffe trotz kontinuierlicher Urananwesenheit keine Schäden zeigen – im Aquarium mit stark erhöhten Werten gilt dieser Schutz allerdings nur eingeschränkt.

Balling Light:

Die Zudosierung von Uran ist nicht vorgesehen. Uran ist ein natürlicher Meerwasserbestandteil und sollte sich im Normalbereich von 1–5 µg/l bewegen. Eine Korrektur ist nur bei dauerhaft erhöhten Werten oberhalb von ca. 10 µg/l erforderlich und darunter unbedenklich.